02. Juli 2026

Andreas Walder: Vom Automechaniker bis zum Betriebsleiter

Schon als Kind wusste Andreas, was er werden wollte: Automechaniker. Und anders als viele Kindheitsträume blieb dieser Wunsch nicht irgendwo zwischen Schulheften und Jugendjahren liegen. Er hat ihn tatsächlich gelebt. Was mit einer Lehre begann, entwickelte sich Schritt für Schritt weiter: Vom Automechaniker bis zum Betriebsleiter.

Besonders stolz ist er aber nicht auf einen Titel, sondern auf die Menschen, die er begleiten durfte. Rund fünfzig junge Fachkräfte hat Andreas im Lauf seiner Karriere ausgebildet - fast alle bestanden ihre Abschlussprüfung beim ersten Versuch. 

Mit beinahe fünfzig Jahren absolvierte Andreas noch ein Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft - eine Herausforderung, die viele in diesem Alter nicht mehr freiwillig annehmen würden. Überhaupt zieht sich die Bereitschaft zur Weiterentwicklung wie ein roter Faden durch sein Leben. In den Jahrzehnten seiner Tätigkeit hat sich die Arbeitswelt radikal verändert: Fahrzeuge wurden komplexer, Prozesse digitaler, Werkstätten moderner. Andreas beobachtet diese Veränderungen ohne Nostalgie. Was für ihn immer geblieben ist, sind die Menschen. Kolleginnen, Kollegen, Lernende und Kundschaft haben ihn geprägt, manchmal vielleicht stärker als jede technische Innovation.

Humor spielt dabei eine wichtige Rolle. Andreas gehört nicht zu den Menschen, die sich selbst zu ernst nehmen. Er liebt absurde Situationen und Menschen, die über sich selbst lachen können. Auf die Frage nach einer gewünschten Superkraft nennt er nicht etwa Unbesiegbarkeit oder Gedankenlesen, sondern die „bezaubernde Jeannie aus der Wunderlampe“ - ein kleiner Fingerzeig, und alles wäre erledigt. Luxus pur, wie er sagt. Und dass er als Autoverkäufer wohl verhungern würde, nimmt man ihm sofort ab.

Andreas besitzt eine bemerkenswerte Gelassenheit. Einer seiner Leitsätze lautet: „Nirgends wird die Suppe so heiss gegessen, wie sie gekocht wird.“ Ein Satz, der wohl nur von jemandem glaubwürdig klingt, der schon viele hektische Situationen erlebt hat und weiss, dass man mit Ruhe und Humor oft weiterkommt als mit Panik.

Seine Motivation schöpft er bis heute vor allem aus den Menschen um ihn herum. Gute Gespräche, fröhliche Gesichter und das Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen, bedeuten ihm mehr als Status oder Prestige. Vielleicht erklärt genau das, weshalb er über so viele Jahre hinweg nicht nur geblieben ist, sondern auch geschätzt wurde.

Auch ausserhalb des Berufs zeigt sich diese Mischung aus Bodenständigkeit und Neugier. Andreas liebt Gartenarbeit ebenso wie IT und Webdesign - draussen Erde unter den Fingernägeln, drinnen Code auf dem Bildschirm. Und dann sind da noch die kleinen Konstanten seines Alltags: Familie, Handy und Kaffee. Die Familie gibt Rückhalt, das Handy sorgt dafür, dass nichts verpasst wird - und der Kaffee hält, wie Andreas selbst sagt, „das ganze System am Laufen“. 

Andreas ist ein Menschen, der Verlässlichkeit lebt. Einer, der seinen Beruf nicht nur gelernt, sondern verkörpert hat. Und einer, der trotz aller Erfahrung neugierig geblieben ist - auf Menschen, auf Technik und auf das Leben selbst.