05. Mai 2026

Porträt: Martin Ruckstuhl – mit Herz, Weitblick und Leidenschaft

Die Geschichte von Martin Ruckstuhl im Familienunternehmen beginnt ganz bodenständig und zugleich bezeichnend für seinen Weg: Im Büro seines Vaters, am gegenüberliegenden Platz des Schreibtisches, quasi noch auf der „Besucherseite“. Gemeinsam wurde überlegt, womit er starten könnte. Was genau seine erste Aufgabe war, ist heute nebensächlich. Was geblieben ist, ist das Gefühl dieses Moments und die Erinnerung an eine schmale, bordeauxrote Krawatte - damals der letzte Schrei. Ein Anfang, der sinnbildlich für vieles steht: Nähe zur Familie, Pragmatismus und ein feines Gespür fürs Detail. 

Über die Jahre entwickelte sich daraus eine beeindruckende Laufbahn, geprägt von Verantwortung, unternehmerischem Mut und grossem Engagement. Besonders stolz blickt Martin auf die Übernahme der ehemaligen Garage Riesbach in Kloten zurück. Anspruchsvolle Verhandlungen auf höchster Ebene und intensive Gespräche mit Banken verlangten ihm viel ab und brachten ihm gleichzeitig wertvolle Erfahrungen. Dass dieser Schritt gelang, bedeutete nicht nur einen persönlichen Erfolg, sondern auch einen Meilenstein für das Unternehmen: den Eintritt in den Kreis der grossen Neuwagenhändler. 

 

Wer mit Martin Ruckstuhl spricht, merkt schnell: Seine Arbeit war für ihn nie eindimensional. Gerade die Vielseitigkeit hat ihn stets fasziniert: Die Führung von Menschen, der direkte Kontakt mit Kundinnen und Kunden, betriebswirtschaftliche Herausforderungen, grosse Investitionen und Bauprojekte. Auch die Zusammenarbeit mit Herstellern und Importeuren brachte ihn immer wieder (im besten Sinne) an seine Grenzen. Der grösste Herausforderung seiner beruflichen Laufbahn musste sich Martin im Frühjahr 1991 stellen. Da «durfte» er nämlich in der damaligen Lehrwerkstatt seine Antrittsrede als neuer Geschäftsführer vor dem ganzen Ruckstuhl-Kader halten. Diese Ansprache hat er mindestens 100 mal geübt und trotzdem war sein Puls über 150 pro Minute. Wie wir heute wissen war diese Nervosität gar nicht nötig – aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass auch Unternehmensführer mal kalte Füsse bekommt. 

Ergänzt wurde sein beruflicher Weg durch sein langjähriges Engagement im GM-Händlerverband, das nicht nur zusätzliche Verantwortung, sondern auch wertvolle Lebenserfahrung mit sich brachte. 

Bei all diesen Erfolge blieb ihm eine Aufgabe stets unangenehm: sich von Mitarbeitenden trennen zu müssen. Umso deutlicher wird, welchen Stellenwert für ihn der Mensch im Arbeitsalltag hat. Seine grösste Motivation war und ist die „Ruckstuhl-Familie“: Die Mitarbeitenden ebenso wie seine eigene Familie. Besonders seine Frau Maya und die Nachfolgegeneration, verkörpert durch Simone, geben ihm täglich Antrieb und Orientierung. 

Wenn man so lange Zeit ein Unternehmen führt, muss man natürlich auch mit Veränderung umgehen können. Umso wichtiger war seine Offenheit gegenüber Fortschritt: Vom ersten Natel im Aktenkoffer bis zu heutigen Hochleistungsgeräten im Mini-Format hat er den technologischen Wandel hautnah miterlebt. Für ihn sind diese Entwicklungen nicht nur faszinierend, sondern auch zentral für die Weiterentwicklung der Branche. 

Privat ist Martin Ruckstuhl ein Mensch mit klaren Leidenschaften. Seit seiner Jugend begleitet ihn das Reiten - ein Interesse, das ursprünglich aus einem fast kindlich-pragmatischen Wunsch entstand: Bauer werden, um ein eigenes Pferd zu besitzen. Hinzu kommen seine Begeisterung für schnelle, schöne Automobile. Von Pferd zu Pferdestärke ist es schliesslich nicht mehr weit. Nebst dem Reiten und den Autos ist Martin seit über 20 Jahren leidenschaftlicher Golfer. Wenn es aber um echte Lebensfreude geht, sind es vor allem seine Enkelkinder Henry und Nora, die ihn zuverlässig zum Lachen bringen. 

Sein Lebensmotto ist ebenso klar wie überzeugend: mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, auf Menschen zugehen, die eigene Meinung vertreten und den Mut haben, Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört für ihn auch die Fähigkeit, sich selbst kritisch zu hinterfragen. 

Martin verbindet unternehmerisches Denken mit Menschlichkeit. Er scheut keine Herausforderungen und stellt dabei stets die Menschen in den Mittelpunkt. Mit seiner Leidenschaft, der klaren Führung und seinem Mut hat er das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist.